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Datum: 22.02.2023

Aktuelle Informationen zum geplanten Gewerbegebiet Walsdorf Nord „Birkigtäcker“ 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in meiner Funktion als Bürgermeister der Gemeinde Walsdorf möchte ich heute weiter für das Vorhaben „Gewerbegebiet Walsdorf Nord „Birkigtäcker“ werben, sowie einige Missverständnisse aufklären. Zudem möchte ich Ihnen weitere Fakten an die Hand geben, die zum besseren Verständnis der Gesamtthematik dienen sollen.

Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Walsdorf 2.0. Hier kauf ich noch gern“ hat ein neues Bürgerbegehren gestartet bzw. das bisherige überarbeitet und angepasst. Sie bemüht sich aktuell erneut um Ihre Unterschriften.

Aus der Frage des Bürgerbegehrens geht jetzt klar hervor, dass Sie mit Ihrer Stimme gegen das geplante Gewerbegebiet unterschreiben. Da die Gemeinde Walsdorf bei einem gewonnenen Bürgerentscheid der Bürgerinitiative die Planungen am Ortsrand einstellen soll, spielt es demnach für die Bürgerinitiative keine Rolle, ob das geplante Gewerbegebiet auf der linken oder rechten Seite der Tütschengreuther Str. aufgeplant wird.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betonen, dass die Gemeinde Walsdorf aktuell über kein Gewerbegebiet verfügt und somit auch keine Gewerbeflächen ausweisen bzw. vergeben kann. Dazu muss die vorgesehene Fläche im Birkigtäcker erst mit Wasser, Abwasser, Strom und Straße erschlossen werden.

Um einen niedrigen wettbewerbsfähigen Verkaufspreis pro m² für die Gewerbeflächen zu erhalten, müssen wir die hohen Erschließungs- und Planungskosten möglichst reduzieren. Aus diesem Grund sitzt der Investor Netto im Boot, der sich maßgeblich an diesen Kosten beteiligt. Als Ausgleich erhält Netto einen kleinen Teil der fertigen Gewerbefläche. Den größten Teil der Gewerbeflächen hat die Gemeinde Walsdorf nach der Erschließung zur freien Verfügung.

Ohne den Investor „Netto“ wird es in der Gemeinde Walsdorf in den nächsten Jahren kein Gewerbegebiet geben. Um ein Gewerbegebiet in Eigenregie zu erschließen, müsste die Gemeinde Walsdorf einen Kredit in Millionenhöhe aufnehmen. Dies hätte zur Folge, dass die Gewerbeflächen nach Erschließung so teuer wären, dass sie für viele Gewerbetreibende wirtschaftlich nicht mehr attraktiv sind. Das geplante Gewerbegebiet „Birkigäcker“ bietet der Gemeinde Walsdorf die Chance den überwiegenden Teil der entstehenden Gewerbeflächen in Eigenregie zu vermarkten. Scheitert das Projekt bedeutet dies erstmal Stillstand für die Gemeinde Walsdorf.

Aus dem Vorbericht unseres Haushaltsplans 2023, der aktuell zur Genehmigung im Landratsamt liegt, können Sie Folgendes entnehmen:

Durch die Ausweisung von Bauland und Zuzügen kann der Anteil an der Einkommensteuer weiter steigen. Daraus können sich Spielräume für notwendige Ausgaben ergeben. Gleiches gilt für die Ausweisung von Gewerbeflächen und die Ansiedlung geeigneter Betriebe, die die Gewerbesteuereinnahmen langfristig auf ein höheres Niveau bringen.

Letzten Endes geht es auch darum die Attraktivität der Gemeinde zu erhalten und weiter zu verbessern. Auch wenn die Gewerbesteuereinnahmen von Netto nicht üppig sein werden, bietet er allen eine alternative Einkaufsmöglichkeit in der eigenen Gemeinde. Hierbei können Sie sich alle selbst die Frage stellen wer von uns seinen kompletten Lebensmitteleinkauf ausschließlich im ortsansässigen Nahkauf erledigt. Das geplante Gewerbegebiet „Birkigtäcker“ bietet der Gemeinde Walsdorf jetzt die Chance gezielt weitere attraktive Betriebe anzusiedeln. Dies bindet Kaufkraft (die Gemeinde bekommt auch einen Teil der Umsatzsteuer) und schafft wertvolle Arbeitsplätze. Aktuell haben 990 von 1.130 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die ihren Wohnsitz in Walsdorf haben, ihren Arbeitsort außerhalb der Gemeinde, während nur 296 zum Arbeiten von außerhalb in unsere Gemeinde kommen (vgl. Vorbericht Haushaltsplan 2023 Seite 4).

Ich wünsche mir, dass Sie diese Fakten bei Ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen und bitte weiter um die Unterstützung für die Entstehung des Gewerbegebiets Birgiktäcker inkl. Investor Netto.

An dieser Stelle möchte ich unsere Nachbargemeinde Schönbrunn beglückwünschen, die am 5. Februar 2023 ihren Bürgerentscheid (Ratsbegehren) zur Frage

„Sind Sie dafür, dass sich die Gemeinde Schönbrunn i. Steigerwald zukunftssicher weiterentwickelt und das neue Misch- und Gewerbegebiet „Seeleite“ erschließt?“

mit 71,5% Ja-Stimmen zu 28,5% Nein-Stimmen (der gesamten gültigen Stimmen) für sich gewinnen konnte.

Bitte beachten Sie auch die Einladung zur Bürgerversammlung am 21. März 2023 um 19:00 Uhr in der Herzogscheune.

Vielen Dank

Mario Wolff

1. Bürgermeister

Autor/in: Mario Wolff

04.01.2024