BWG Walsdorf

Von der Gemeinde Walsdorf wurden in den letzten Jahren zwei Biomasseheizwerke realisiert:

Beide Biomasseheizwerke wurden von der Gemeinde Walsdorf errichtet. Betreiber ist zwischenzeitlich die Biomasseheizwerk Walsdorf GmbH (BWG), die ihren Sitz im Rathaus Walsdorf hat und an der die Gemeinde beteiligt ist.

Anschrift:
Biomasseheizwerk Walsdorf GmbH (BWG)Schulstr. 10 96194 Walsdorf

Tel.: 09549 / 9898981
Fax: 09549 / 9894919
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Ansprechpartner:Herr TORNAU

Tel: 0160 / 97251295

 

Biomasseheizwerk "Schule"

Beim Umbau der Volksschule und dem Neubau eines weiteren Kindergartens war sich die Gemeinde Walsdorf ihrer Vorbildfunktion voll bewusst und baute eine umweltschonende Biomasseheizanlage ein.
Zeitplan der Realisierung: - Energiekonzept Frühjahr 1993
  - Förderantrag August 1993
  - Bewilligung Dezember 1993
  - Fertigstellung des Rohbaus Frühjahr 1994
  - Einbau der Heizanlage Frühjahr 1994
  - Inbetriebnahme Heizwerk   u. Nahwärmenetz Herbst 1995
  - Fertigstellung der Anlage Frühjahr 1996
Der Werdegang: Walsdorf bei Bamberg gehört zu den ältesten Ansiedlungen im Aurachgrund und zählt mit seinen Ortsteilen etwa 2.000 Einwohner. Im Jahre 1993 plante die Gemeinde Walsdorf die Erweiterung der Teilhauptschule und den Neubau eines Kindergartens. Dabei brachten einige Walsdorfer die Idee zum Bau einer Biomasseheizung im Schulgebäude in den Walsdorfer Gemeinderat. Nach einer Informationsfahrt des Gemeinderates zusammen mit Walsdorfer Bürgern zu den Anlagen in Grafenwöhr und Altershausen fand eine Bürgerversammlung zum Thema Biomasseheizung statt. Durch einstimmige positive Entscheidungen des Gemeinderates Ende 1993/Anfang 1994 konnte das Projekt schnell vorangetrieben werden. Am 11. Februar 1996 fand schließlich die Einweihung mit einem "Tag der offenen Tür" in der Walsdorfer Schule statt, bei der die Walsdorfer Gelegenheit hatten, sich die neu geschaffenen Räume ihrer Schule und die Biomasseheizanlage anzusehen.
Die Technik: Das Hackschnitzelheizwerk in Walsdorf ist mit einem Biomassekessel mit einer Nennleistung von 320 kW ausgerüstet. Die Beschickung des Biomasseheizkessels erfolgt aus dem unterirdischen Brennstoffbunker, von dort werden die Hackschnitzel über eine hydraulischen Schubboden und mehrere Schnecken zum Kesselstoker befördert. Die Verbrennung läuft bei hohen Temperaturen in zwei Nachbrennkammern ab. Ein langer Treppenrost gewährleistet den vollständigen Ausbrand des Brennstoffs. Die Verbrennung und die Leistungsabgabe der Anlage werden sensorgesteuert optimiert. Bei Spitzenbedarf wird automatisch ein zusätzlicher Heizölkessel mit einer Nennleistung von 500 kW in Betrieb genommen, der auch bei Wartungs- und Reinigungsarbeiten am Holzkessel die Wärmeversorgung sicherstellt. Für die Rauchgasreinigung ist ein Multizyklon installiert. Der Staubgrenzwert von 150 mg/Nm³ wird bei 13 % O² mit einem gemessenen Wert von 100 mg/Nm³ deutlich unterschritten.

Wer es genau wissen will: Ein regelbarer Rauchgaszug hält den Unterdruck konstant. Die Leistung der Anlage wird über die Abweichung zur Soll-Vorlauftemperatur ermittelt und über ein Takten der Brennstoffschnecken angepasst. Die Brennkammertemperatur wird gemessen und über die Sekundärluftmenge konstant gehalten. Mit Hilfe einer Lambdasonde wird die Sekundärluftmenge zusätzlich korrigiert. Die Steuerung der Primär- und Sekundärluftmenge erfolgt über regelbare Klappen.

Der Brennstoff: Etwa 200 t oder 800 m³ Holzhackschnitzel werden jährlich für den Betrieb der Anlage benötigt. Bei einem Tagesbedarf von rund 2,5 m³ muss der Brennstoffbunker der Schule etwa alle 14 Tage nachgefüllt werden. Zwischen der Gemeinde Walsdorf und sieben Landwirten besteht ein langfristiger Vertrag zur Lieferung von Holzhackschnitzeln. Die Landwirte haben zu diesem Zweck eigens eine Biomasseliefergemeinschaft gegründet.
Der Betreiber: Betrieb, Wartung und Reparatur der Biomasseheizanlage übernimmt die Gemeinde Walsdorf, die dazu einen verantwortlichen Gemeindearbeiter abstellt. In Waldorf entsteht zur Zeit ein weiteres Heizwerk im Neubaugebiet "Haargehre". Beide Heizwerke werden durch eine Betreibergesellschaft betrieben, der mehrere Landwirte aus Walsdorf und Umgebung sowie etliche Grundstückseigentümer angehören.
Die Abnehmer: Die Anlage versorgt seit Oktober 1995 die Teilhauptschule und mehrere benachbarte Wohnhäuser. Seit April 1997 wird auch der neue Kindergarten der Gemeinde mit Wärme aus Biomasse versorgt. Im Herbst 1999 kam als Großabnehmer das neu errichtete Seniorenpflegeheim eines privaten Betreibers hinzu. Die angeschlossenen Gebäude erhielten jeweils eine Wärme-Übergabestation mit Wärmetauscher. Geplant ist, weitere Wohnhäuser an die Wärmeversorgung anzuschließen.
Die Investitionen: Die Investitionen des Biomasseheizwerkes betragen rund 468.000,00 DM (inkl. MwSt.). Im Rahmen der Förderung zur Entwicklung des ländlichen Raumes gewährte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen Zuschuss von ca. 140.000,00 DM. Diese Fördermittel kommen vom Freistaat Bayern und von der Europäischen Union.
  - Biomassekessel   193.236,00 DM (= 41,3%)
  - sonstige Technik     39.983,00 DM (= 8,5%)
  - Nahwärme   129.000,00 DM (= 27,6%)
  - Bau     55.933,00 DM (= 12,0%)
  - Nebenkosten, Genehmigungen     49.718,00 DM (= 10,6%)
    Summe 467.870,00 DM (= 100,0 %)
Die Umwelt: Wichtigstes Argument für die Biomasseheizanlage in Walsdorf ist deren Schadstoffbilanz. Der Kohlendioxidkreislauf ist bei der Verbrennung von Holz nahezu geschlossen, weil nur soviel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie zuvor beim Wachstum aufgenommen wurde. Die Kohlendioxid-Emissionen gehen bei der Biomasseheizanlage im Vergleich zur vorherigen, mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizanlagen, um rund 100 t pro Jahr zurück. Die Stickoxid-Emissionen können jährlich um rund 160 kg und die Schwefeldioxid-Emissionen um rund 65 kg gesenkt werden. Die Asche, die bei sauberen Hackschnitzeln wöchentlich nur etwa eine Tonne mit 30 - 40 ltr. Fassungsvermögen füllt, wird als Dünger verwendet.
Am Projekt waren beteiligt: Planung Biomasseheizanlage: Ing.-büro REIS 93152 Nittendorf-Undorf  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  Projektförderung (Zuschusskoordinierung): C.A.R.M.E.N. e.V. 97222 Rimpar  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  Holzkessel - Einbau: Fa. HUBERT Eggolsheim
  Holzkessel - Hersteller: Fa. FRÖLING Grieskirchen/Österreich
  Heizung, Elektro, Regeltechnik: Fa. LECHNER/KACHELMANN 96194 Walsdorf
  Nahwärme-Rohrbau: Fa. NIERSBERGER Erlangen
  Nahwärme-Tiefbau: Fa. PFISTER 96149 Breitengüßbach
  Kaminanlage: Fa. DEIBEL Bamberg
  Bau Heizzentrale: Fa. HARTMANN Stappenbach 8
  Architekt: Architekturbüro EIS Bamberg
 

 

Biomasseheizwerk "Haargehre"

Projektbeschreibung:

Der Planung des "Biomasseheizwerk Haargehre" in Walsdorf lag die Idee zugrunde, ein Neubaugebiet (45 Wohneinheiten) und rund 6 Altbestandsgebäude mit Wärme aus einheimischen, landwirtschaftlich erzeugten Produkten zu versorgen. Nachdem die Gemeinde Walsdorf bereits ein Biomasseheizwerk zur Wärmeversorgung von Schule, Kindergarten, einem Altenheim und versch. privaten Verbrauchern betreibt, sollte auch das Neubaugebiet "Haargehre" mit Wärme aus Biomasse versorgt werden. Für diesen Zweck haben sich Landwirte, Gewerbebetriebe und die Gemeinde Walsdorf zu einer Heizgesellschaft (GmbH) zusammengeschlossen und übernehmen den Betrieb der Anlage. Der Bau wurde durch die Gemeinde durchgeführt. Die Planung der Maßnahme "Biomasseheizwerk" führte das Ing.-büro Wolfgang REIS durch, das durch die langjährige Erfahrung mit dem Bau von Biomasseheizanlagen die Entwicklung des Projekts von Anfang an konstruktiv begleitet hat.

Die monetäre Wertschöpfung der Maßnahme, die komplett ca. 1,75 Mio. DM kostete, liegt bei rd. 55.000,00 DM pro Jahr. Geld, das nun in der Region verbleibt und der Landwirtschaft ein zusätzliches und sicheres Nebeneinkommen verschafft. Schwachholz aus der Region kann sinnvoll verwertet werden und ersetzt zudem fossile Energien, wie Heizöl oder Erdgas, die viel zu wertvoll zum Verbrennen sind. Die Umwelt wird pro Jahr mit rd. 300 Tonnen weniger Kohlendioxid belastet. Schwefeldioxid und Stickoxide werden um rd. 550 kg reduziert. Die Maßnahme wurde durch die EG und den Freistaat Bayern (im Rahmen des 5b-Programmes) mit etwa 755.000,00 DM bezuschusst. Das Heizwerk ging im Dezember 1997 in Betrieb.

Die Technik:

Im zentralen Heizhaus erzeugen 2 Kesselanlagen die Niedertemperaturwärme. Der Biomassekessel, mit einer Heizleistung von 500 kW, kann bis zu Außentemperaturen von ca. -12 Grad die volle Wärmeversorgung sicherstellen. Die Kesselanlage wird über einen hydraulischen Schubboden (Kapazität etwa 100 m³, im Winter ausreichend für etwa 14 Tage Heizbetrieb) vollautomatisch bestückt. Wegen des geringen Kontroll- und Wartungsaufwandes ist kein ständiges Personal auf der Anlage notwendig. Der moderne Treppenrostkessel ist mit einer speziellen Lambdasonde ausgerüstet und liegt, mit dem angebauten Hochleistungsmultizyklon (Staubfilter), auch bei den Staubwerten deutlich unter den zulässigen Emissionswerten. Bei tieferen Außentemperaturen deckt ein Ölkessel (ca. 540 kW) die restliche Wärme ab und steht auch bei Wartungsarbeiten am Biomassekessel zur Verfügung. Jährlich werden etwa 450 Tonnen Hackschnitzel (= ca. 1.800 m³ Hackschnitzel) aus der Region eingesetzt und damit etwa 120.000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart. Der Restheizölbedarf liegt bei etwa 6.000 - 9.000 Liter pro Jahr.

   

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Öffnungszeiten Rathaus  

Montag von 8.00 - 12.00 Uhr u. 13.00 - 18.00 Uhr

Dienstag bis Freitag von 8.00 - 12.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung.

Bürgersprechzeiten des 1. Bürgermeisters Heinrich Faatz nach Terminvereinbarung.

   

Öffnungszeiten Grüngutsammelplatz  

Sommerzeit
01.04. – 15.10.
Di. u. Do. 16.30 – 19.00 Uhr, Sa. 12.00 – 16.00 Uhr
Übergangszeit
01.03. bis 31.03. u. 16.10. bis 30.11.
Di. 15.00 – 17.00 Uhr, Sa. 12.00 – 16.00 Uhr
Winterzeit
01.12. bis 28./29.02.
2. u. 4. Samstag im Monat von 12.00 – 15.00 Uhr

   
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