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3. Anmerkungen zum hebräischen Friedhof in Franken

Jüdische Friedhöfe findet man im allgemeinen fern von Ansiedlungen auf Hügeln, oder an Berghängen. Diese idyllische Lage beruht nicht auf religiöse Vorschriften, sondern es war die pure Not um Erwerb von billigem Grund, der solche Lagen begünstigte. Außerdem war den jüdischen Gemeinden die Anlage von Friedhöfen in der Nähe oder in den Gemeinden von den Christen verboten. Man benötigte ausgedehnte Flächen, da man Gemeinschaftsanlagen für mehrere Gemeinden anlegte und eine Wiederbelebung einer Grabstelle nach jüdischem Glauben nicht möglich ist.

Diese Anlagen erscheinen oft sehr romantisch, da man einen Grabkult wie im christlichen Friedhof nicht kennt. Man sieht ein ausgedehntes Feld von nach Osten gegen Jerusalem gewendeten Steinmalen mehr oder weniger aufrecht und der Grund ist mit dichtem Gras überzogen. Auf manchen Steinen findet man kleine Steine, die von Besuchern dorthin gelegt wurden. Sie erinnern wohl an das Wanderleben in der Wüste, wo man einem Toten keinen größeren Gefallen tun konnte, als möglichst viele Steine auf seine Ruhestätte (zum Schutz vor Aasfressern) zu häufen. Diese Geste findet man noch heute bei den Beduinen in der Negevwüste. Man findet manchmal auch die Erklärung, dass man mit seinem Stein dazu hilft mit den Steinen dem Verstorbenen ein „Denkmal“ zu errichten. 

3.2 Beerdigungsriten für die Beerdigung eines Gläubigen

Jedes Grab eines Juden hat einen Grabstein. Finanziert wurden diese Grabmale von den Familien oder auch von den Beerdigungsvereinen. Bei einer Beerdigung wurde der Leichnam in der Leichenhalle, der Tahara von der Heiligen Bruderschaft bzw. Schwesternschaft gemäß den religiösen Vorschriften gewaschen, mit einer bestimmten Menge Wasser rituell übergossen und damit gereinigt, in die weißen Totengewänder (Sarganes) gekleidet und dann in einen einfachen Holzsarg gelegt.

3.3 Besondere Grabmale im jüdischen Friedhof

Auf den Steinen findet man gewöhnlich hebräische, manchmal aber auch lateinische Inschriften. Besonders frommen Personen schrieb man nur hebräische Inschriften auf den Stein. Verschiedenartigste Zeichen verweisen auf den Stand oder die Tätigkeit des Toten in seinem Leben. Besondere Steine sind:

3.3.1 die Grabsteine von Rabbinern

Segnende Hände bedeuten, dass hier ein Cohen (Kohn, Kohen) ein Angehöriger des Priesterstandes begraben liegt. Die jüdische Gesellschaft besteht bekanntlich aus drei Schichten: An der Spitze stehen die Kohanim, der Priesterstand, die als die Nachkommen des Hohenpriesters Ahron gelten. Dann kommen die Leviim, die Leviten, und anschließend die Israelim, die Israels sozusagen die „breite Masse“ des Volkes. Die Zugehörigkeit zur jeweiligen Schicht ist erblich und wird vom Vater auf den Sohn weitervererbt.

3.3.2 die Grabsteine von Leviten

Die Grabsteine der Leviten zeigen eine Wasserkanne als Zeichen der Stammeszugehörigkeit zum Stamm der Levi, die mit dieser Kanne Wasser auf die Hände der Kohanim gossen, bevor diese das Volk segneten.

3.3.3 die Grabsteine von Schofarbläsern

Ein abgebildetes Widderhorn (Schofar) zeigt an, das hier ein Schofarbläser begraben ist, der mit diesem Instrument vor dem Gottesdienst und besonders an hohen Feiertagen in der Synagoge zum Gottesdienst geblasen hat. Oft sind diese Hörner stilisiert!

3.3.4 die Grabsteine mit besonderen Hinweisen

Ein Messer (oft dabei eine Ölflasche) deutet auf einen Mohel, den jüd. Beschneider hin. Er hat die Aufgabe jeden jüd. Knaben acht Tage nach der Geburt zu beschneiden und durch diesen Akt ihn in die Gemeinde aufzunehmen. Es gibt noch viel mehr Zeichen (Kronen, Sterne, Bücher, Pferde, Löwen und andere Tiere etc.) auf jüdischen Grabsteinen, doch führt dies wohl hier zu weit. Oft werden solche Zeichen auch als bildliche Umsetzung von Familiennamen benutzt (der Löwe für Löw etc.). die beiden hebräischen Buchstaben, die fast immer im Scheitelbereich des Grabsteins zu finden sind, bedeuten: „Hier ruht“. Dann folgte in der Regel der Name des Verstorbenen.